Jeder Trend endet ohne Ankündigung – eine breite Streuung bleibt wichtig

Wer in den vergangenen 15 Jahren überwiegend in amerikanische Aktien investiert hat, konnte sich über außergewöhnlich hohe Gewinne freuen. Andere Anlageklassen wie Anleihen oder Immobilienaktien haben dagegen häufig enttäuscht. Warum sollte man sein Vermögen also überhaupt noch breit streuen?

Die Antwort liefert ein Blick in die Geschichte.

Japanische Aktien gehörten in den 1980er Jahren zu den erfolgreichsten Anlagen der Welt. Doch nach dem Höchststand von 1989 folgten lange Jahre mit erheblichen Kursverlusten. Erst 2024, nach mehr als 34 Jahren, erreichte der Nikkei seinen früheren Höchststand wieder. Auch Gold verlor zwischen 1980 und 1999 zeitweise rund 70 Prozent seines Wertes. Erst 2008 wurde der alte nominale Höchststand wieder erreicht.

Die Gewinner der Vergangenheit müssen nicht die Gewinner der Zukunft sein.

Aktien, Anleihen, Immobilienaktien und Gold durchlaufen unterschiedliche, teilweise jahrzehntelange Aufwärts- und Abwärtsphasen. Niemand kann zuverlässig vorhersagen, welche Anlageklasse in den kommenden zehn oder zwanzig Jahren besonders erfolgreich sein wird.

Dabei ist die verbleibende Lebenszeit eines Anlegers von entscheidender Bedeutung. Wer mit 65 Jahren investiert, hat statistisch noch ungefähr zwei Jahrzehnte vor sich. Eine Erholung nach 30 Jahren kommt möglicherweise zu spät.

Breite Streuung bedeutet deshalb auch, bewusst auf einen Teil der möglichen Gewinne zu verzichten. Denn in einem breit gestreuten Vermögen wird es fast immer Anlagen geben, die gerade schlechter abschneiden als andere.

Das ist kein Fehler, sondern eine unvermeidliche Folge der Risikoverteilung. Entscheidend ist, die verschiedenen Anlageklassen sinnvoll zu gewichten und regelmäßig zu überprüfen.

Eine gute Vermögensstruktur soll nicht in jedem Jahr die höchste Rendite erzielen. Sie soll verhindern helfen, dass die gesamte Vermögensentwicklung über Jahrzehnte von einer einzigen falschen Erwartung abhängt.

Denn die Börse hat Zeit. Sie nicht